Cuộc sống – Trọng

1. cuộc sống ở nước ngoài

– eins. im ausland empfang mich mein leben als brüder und schwester des sozialismus.
für die völkerfreundschaft und die internationale solidarität.
einige von uns studierten, die hatten es gut.
andere von uns sind später gekommen und mussten von früh bis spät schuften.

nhớ nhà
– heimweh, das hat uns verbunden. unsere familien und unsere sprache, unser essen und
unsere gerüche, unser wetter und unsere kleidung.

công việc
– arbeiten. das sollten wir hier in diesem fremden land tun.
solange wir arbeiteten, war alles gut. solange wir unauffällig waren, tat uns niemand was.
passt euch an, lächelt und seid freundlich.
bleibt möglichst unsichtbar, aber brauchbar.

kiếm tiền
– geld verdienen. für die familie. alles für die familie.
für die familie brachen wir die norm. für die familie setzten wir uns durch.
für die familie schickten wir dutzende pakete.
für die familie ließ ich mich gebrauchen.

2. cuộc sống ở lại

– zwei. das leben im bleiben war vorerst unbestimmt. die mauer war gefallen.
viele von uns sind gegangen. wir sind mit der hoffnung geblieben, gebraucht zu werden.
völkerfreundschaft und internationale solidarität war schon immer einmal.
egal ob studiert oder nicht. es traf uns alle auf seine art und weise.

trốn
– wir versteckten uns vor den zugriffen der behörden. bleiben oder gehen.
unsere unsichtbarkeit war ein trügerischer schutz. notwendig, doch letztlich verhängnisvoll.

một mình
– allein stehen wir auf den märkten. endlich. mobiles gewerbe.
im winter, frühling, herbst und sommer.
alle kauften, manche sprachen, wenige blieben und einzelne halfen.
schnell waren wir wieder einsam.

đánh lại
– zurückschlagen, weil uns niemand geschützt hat, vor den glatzen.
vor denen nicht nur wir angst hatten.
wir versammelten uns. bekamen unterstützung von den menschen, die es mit der solidarität
ernst gemeint hatten.
überall, wo wir sind. wenn uns niemand hilft, helfen wir uns selbst.

3. cuộc sống trẻ con

– drei. das leben unserer kinder war vor der wende nicht erwünscht. jetzt seid ihr da.
euer blick in die welt, ist unser wunsch nach einem guten leben.
wir wollen doch nur das beste für euch. dafür arbeiten wir hart und vergessen schnell.

sốt ruột
– angst, dass mein darm fiebrig wird. die sorge um alles und jeden.
alles für die familie. nicht nur dort, sondern jetzt auch hier.
als ich hierherkam, konnte ich noch gehen.
doch jetzt habe ich zu viel zu verlieren. manche von uns sind schon verloren.

Bệnh tật
– krankheiten suchen mich heim.
ich höre stimmen, die mich bedrohen, von denen mir manche sagen, sie seien nicht echt.
meine hände sind rau, wie sandpapier. ich möchte sie niemandem geben.
meine gelenke dick und geschwollen. ich kann mich kaum bewegen.
was jetzt nur noch bleibt, sind meine kinder.

quan tâm
– füreinander sorgen. ich hab mich um euch gesorgt. nun sorgt ihr euch um mich.
du sagst, dass ich weniger arbeiten soll. ich hab’ dir gesagt, kann ich nicht.
du sagst, dass ich mehr auf mich achten soll. ich hab dir gesagt, mach ich doch.
ständig sagst du mir, was ich zutun habe.
leise gestehe ich mir, dass du recht hast, ohne dir recht zu geben.

bây giờ
– jetzt stehen wir uns gegenüber. du fragst mich nach meinem leben.
wie war deine kindheit in vietnam? hast du schon mal jemand anderen geliebt?
warum bist gegangen? bist du jemals angekommen?
bist du glücklich? was würde dich glücklich machen?
warum fragst du mich das alles? niemand hat sich bisher dafür interessiert.
mein kind antwortete: wenn niemand eure geschichten erzählt, wer soll es dann tun, außer ich?

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